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Unser kleines Stimmenhörerjournal

Inhalt Ausgabe 4/99
Dezember 1999
Rundbrief Netzwerk Stimmenhören e.V.
3. Jahrgang

INHALT:

Impressum

NeSt von innen

Stimmenhören im Wandel
Vortrag einer Expertin d. Erfahrung

Stimmenhören im Wandel
Vortrag einer Expertin d. Beruf

Wenn die Stimme im Kopf zur Plage wird...
Zeitungsartikel, leider nicht in der Online-Fassung

Stimmen zum Kongress

DGSP-Kurzfortbildungen

Literaturhinweise

Vorankündigung der Mitgliederversammlung

Online - Beitrittserklärung
 
 





Impressum

UNSER KLEINES STIMMENHÖRERJOURNAL
Rundbrief des Netzwerks Stimmenhören e.V. (NeSt)

Herausgeber
Netzwerk Stimmenhören e.V.  c/o SEKIS
Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin
Tel/Fax: 030-8916085 nur dienstags 16 bis 19 Uhr

e-mail: stimmenhoeren @gmx.de
Internet-Homepage: www. stimmenhoeren.de

Redaktion dieser Ausgabe
Monika Bessert, Monika Büttner, Ina, Hannelore Klafki,
Onno Mülder, Imke Skierlo, Spoky

Koordination
Hannelore Klafki

Erscheinungsweise
vierteljährlich, zum Ende des Quartals

Bezugspreis
Jahresabo incl. Zustellung 20 DM
Förderabo 40 DM
Einzelheft 3 DM (plus 1,50 DM Porto)

Für NeSt-Mitglieder ist Unser kleines Stimmenhörerjournal
 im Mitgliedsbeitrag enthalten

Bankverbindung
Postbank Berlin   BLZ 10010010   Kto-Nr. 809101-103

Sämtliche persönlich gekennzeichneten Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Vorstands oder der Redaktion

Titelbild
Fluke & Black Elephant Grafix
INHALT
 
 




NeSt von innen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unser Kongress ist vorbei und wir sind ein bisschen erschöpft, aber auch stolz. Fast ein Jahr lang hat sich das Organisationsteam regelmäßig getroffen, um unsere Tagung vorzubereiten. Wir haben gut zusammengearbeitet und sind dabei zusammengewachsen. Es hat sich gelohnt, denn von allen Seiten bekamen wir zu hören, dass es eine für alle gelungene Veranstaltung war. Den Bericht darüber übernahm diesmal die „Berliner Zeitung“ (s. S. 16). Es waren aber nicht nur über einhundert Leute da, wie sie schreibt, sondern zweihundert! Und - was uns besonders freut - im Gegensatz zur Tagung vor zwei Jahren waren diesmal sehr viele stimmenhörende Menschen anwesend. Nun hoffen wir sehr, dass es nicht nur beim Diskutieren und schönen Reden bleibt, sondern dass unsere Arbeit auch Früchte tragen wird.

Es haben sich mehrere Journalisten gemeldet, die über das Stimmenhören und unser Netzwerk berichten möchten, diesmal auch das Fernsehen - wir werden sehen, ob es etwas wird. Im Radio (SFB) wurde live vom Kongress berichtet und eine Woche später gab es im Berliner Radio ein Interview - der Mitschnitt hat aber leider nicht geklappt.

Eine Video-Kassette von unserem Kongress ist in Arbeit - leider gibt es auch hier einige Hindernisse zu überwinden. Wir hoffen aber, dass wir wenigstens einige Höhepunkte unserer Veranstaltung zusammenschneiden lassen können. Ein Dankeschön an Roswitha Weck, die die ganze Zeit unermüdlich dabei war, um alles zu filmen.

Wie versprochen, drucken wir die ersten beiden Referate ab, das Referat des Angehörigen erscheint im nächsten Journal.

Doch nun genug vom Kongress - in den nächsten Journalen werden sicher noch mehr Berichte darüber auftauchen, so z.B. u.a. auch der Bericht über das Treffen des internationalen Netzwerks „Intervoice“.
Es gibt ein Leben nach so einer großen Tagung. Und so möchten wir an dieser Stelle schon auf unsere Mitgliederversammlung am 2.Juni 2000 hinweisen (s. S. 27).

Zum Thema Stimmenhören wird es in 2000 wieder zwei zweitägige Fortbildungen diesmal in Leipzig, aber auch wieder in Berlin geben.  (s. S. 24) Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

„Die innere Stimme“ von Paul Baker ist wieder erhältlich - wir haben sie neu auflegen lassen. Sie kostet nach wie vor DM 2,- für stimmenhörende Menschen und DM 5,- für alle Anderen.

Eigentlich sollte unser Journal schon zu den Weihnachtsfeiertagen fertig sein, das haben wir wegen Arbeitsüberlastung aber leider nicht geschafft. Wir hoffen, dass Sie ein schönes Fest hatten und wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein gutes und gesundes neues Jahr. In diesem Sinne

Herzliche Grüße
für die Redaktion
Hannelore Klafki
 
 



Stimmenhören im Wandel
Vortrag einer Expertin durch Erfahrung

Mein Name ist Karin Römer. Ich bin 27 Jahre alt und Krankenschwester, was erst einmal unwichtig erscheint. Der Hauptpunkt, weshalb ich im Moment hier stehe ist, dass ich jahrelang eine Stimme gehört habe.

Das Thema heute auf dem Kongress, nämlich - „Stimmenhören im Wandel“ - hat mir erst einmal Kopfzerbrechen bereitet, bis ich den entscheidenden Hinweis bekam, der lautete „Geh doch einfach von Dir aus! Du bist doch persönlich das beste Beispiel!“

Am besten fange ich von vorne an, bei der Ausbildung zur Krankenschwester. Dort lernte ich unter der Rubrik Psychiatrie natürlich, dass es Menschen gibt, die Stimmen hören. Dies wäre nur Ausdruck einer psychiatrischen Krankheit und in der Psychose vorkommend. Ich nahm diese angebliche Tatsache so hin und glaubte meinen Lehrer, denn er musste es ja wissen. Aber wahrscheinlich hat er uns nur das erzählt, was er vor 10, 20 oder auch 30 Jahren gelernt hatte. Ehrlich gesagt, ich machte mir zu diesem Zeitpunkt noch keine Gedanken darüber, ob das nun stimmt oder nicht. Das war zwischen 1989 und 1992. Ich hatte dann - erst einmal - nichts mit stimmenhörenden Menschen zu tun.

Bis 1994. Dort begann ein Wandel. Ein Wandel in mir. Ich hörte eine Stimme. Anfangs war dieses Stimmenhören gekoppelt mit einer Psychose. Es fing während der Arbeitszeit an. Ich hielt diese Stimme, die ich hörte, für Realität. Sie sagte nichts Gutes, und so versuchte ich, vor ihr wegzulaufen. Ich lief in alle möglichen Räume, auch zu den Patienten flüchtete ich mich, weil ich dachte, dorthin könne mir der Mensch, dessen Stimme ich hörte, nicht folgen. Doch dies half alles nichts. Wo ich auch hinging, war die Stimme auch da. Sie war aggressiv, fordernd und sehr negativ. Es war wie ein Alptraum, aus dem ich nicht erwachen konnte. Nach und nach kamen noch viele andere Symptome hinzu. Ich kam in die Psychiatrie.
Es folgten knappe vier Jahre, in denen ich mich mehr in irgendeiner psychiatrischen Abteilung befand, als zu Hause. Anfangs verheimlichte ich, dass ich eine Stimme hörte. Irgendwann sagte ich es, vielleicht in der Hoffnung, jemand könnte mir helfen, diese loszuwerden. Aber es war vergebliche Mühe. Weiterhin wurde ich vollgestopft mit Medikamenten, ich glaube, fast alles wurde ausprobiert. Auch Elektroschocks bekam ich mehrmals, und sogar eine Insulintherapie wurde in Erwägung gezogen. Doch, je mehr ich über die Stimme sagte, desto höher wurde die Medikation. Nach und nach ging die Psychose zurück, doch das schlimmste blieb: DIE STIMME. Sie war mit nichts zu beeinflussen und trieb mich mehrmals zu Selbstmordversuchen. So wurde dann nach 2 Jahren bei mir eine chronische Schizophrenie diagnostiziert. Allerdings war die Behandlung dieser sehr einseitig. Ich bekam hochdosiert Psychopharmaka, hatte inzwischen Erwerbsunfähigkeitsrente und war eigentlich kein eigenständiger Mensch mehr. In diesen Jahren konnte keiner etwas mit mir anfangen, sich mit mir unterhalten oder was mit mir unternehmen. Ich war zu nichts fähig. Bis der positive Wandel anfing.

Es war im April 1997. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Hamburg ein erstes größeres Treffen von stimmenhörenden Menschen in Deutschland. Durch Zufall hörte ich davon und fuhr dorthin. Alleine hätte ich das jedoch nicht geschafft, denn ich war gehemmt und hatte Angst, was mich dort wohl erwarten würde. Ein lieber Mensch glaubte jedoch, dass das gut für mich sei, riss mich aus meinen vier Wänden und fuhr mit mir dorthin.

Ich war erstaunt, dass es so viele stimmenhörende Menschen gibt, die auch offen darüber sprechen. Ebenfalls hat mich überrascht, dass es viele Menschen gibt, die positive Stimmen hören und gut mit diesen zurechtkommen. Zum Beispiel eine Stimmenhörerin, die sagte: “ich möchte ohne meine Stimmen nicht leben, die sind für mich eine große Lebensbereicherung!“ Auch wenn diese Frau bis vor zwei Jahren ab und zu professionelle Hilfe in Anspruch nahm, wenn die Stimmen sich auf einmal ins negative kehrten, möchte sie diese nicht hergeben. Diese Erfahrung können Ihnen auch andere Stimmenhörer bestätigen.
Der Austausch mit diesen Menschen half mir sehr. Besser als jede Therapie, denn endlich hatte ich Gleichgesinnte gefunden, die mich verstanden und mit denen ich mich austauschen konnte.
Ich behielt regen Kontakt zu einigen von ihnen und lernte so, mit meiner Stimme zu leben und die Bedeutung dieser kennenzulernen. Ich schaffte es nicht, sie zu einer positiven Stimme zu lenken, aber ich konnte mich mit ihr arrangieren. Als ich den Sinn und die Bedeutung der Stimme erkannte, konnte ich auch die Ursache bekämpfen.

Ich begann, wieder mit beiden Füßen im Leben zu stehen. Ich fing - vielen anderen zum Trotz - an, in meinen Beruf in Form eines Praktikums wieder einzusteigen. Es ging ganz gut. Zu ungefähr dem gleichen Zeitpunkt sollte ich aus körperlichen Gründen meine Medikamente, die ich immer noch nahm, kurzfristig absetzen.

Plötzlich war die Stimme weg! Zuerst dachte ich, ich würde träumen. Aber es war kein Traum! Es war Realität. Die Stimme war weg.

Nun habe ich mich gefragt: War die Stimme vielleicht die Ursache von der mehrmals wiederkehrenden Psychose?

Ich weiß es nicht mit Bestimmtheit. Ich weiß nur: Seit die Stimme weg ist, hatte ich keine Psychose mehr oder sonst eine psychiatrische Beeinträchtigung. Ich nahm seither keine Psychopharmaka mehr. Kurz nachdem die Stimme weg war, begann ich mich auf einen Arbeitsplatz zu bewerben und bekam auch eine Stelle. Seither arbeite ich wieder in meinem erlernten Beruf als Krankenschwester.

Ich begann mehr und mehr, mich für stimmenhörende Menschen einzusetzen, gründete das Netzwerk Stimmenhören mit und bin auch im Vorstand. Denn es ist sehr wichtig, dass wir den Mut haben, uns zu äußern und zu den Stimmen zu stehen. Wir müssen zusammenhalten und den Profis klarmachen: Reden Sie mit uns über die Stimmen, seien sie geduldig und versuchen Sie, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen! Denn nur wenn wir darüber reden, können wir lernen, mit den Stimmen umzugehen.
Aber auf Wunder vertraue ich nicht. Es wird nicht von heute auf morgen anders werden - aber - durch unseren Mut wird es sicher in langsamen Schritten einen Wandel geben. Ich hoffe, durch meinen Bericht bekommen auch andere Stimmenhörer Mut sich zu äußern und zu ihrer Stimme zu stehen. Denn wir brauchen uns gegenseitig, um uns zu helfen und Erfahrungen auszutauschen.

Somit ist der erste Schritt der Wandel in uns selbst, zu den Stimmen zu stehen, sich nicht einreden zu lassen, dass die Stimmen nur Zeichen einer psychiatrischen Erkrankung sind, sondern eine besondere Fähigkeit, mit der wir lernen müssen umzugehen.

Karin Römer, 3. 12.1999
 
 




Stimmenhören im Wandel
Vortrag einer Expertin durch Beruf

Beginnender ZweifelBis ich Ilona, Patientin einer geschlossenen psychiatrischen Station, auf der ich 1986 als Psychologinarbeitete, begegnete, verstand ich Stimmenhören entsprechend meiner Ausbildung als in jedem Falle abträglich für den stimmenhörenden Menschen, als etwas, was ihn unglücklich macht, und als etwas, für dessen Inhalt ich mich nur insofern zu interessieren hatte, als es den stimmenhörenden Menschen zum Suizid auffordern kann. Meine professionelle Aufgabe konnte daher nur darin bestehen, Menschen mit akustische Halluzinationen darin zu unterstützen, ihre Stimmen wieder los zu werden.Indem sie ihre Erfahrungen mit mir teilte, hinterfragte Ilona mein Verständnis eines Phänomens, das ich bis dahin unangekränkelt von irgend einem Zweifel akustisches Halluzinieren genannt hatte. Sie vermittelte mir, daß ihre Stimmen sie nicht nur ängstigten, sondern daß sie sich oft von ihnen getröstet und unterstützt fühlte und vor allem ließ sie mich ahnen, daß es gute und gesunde Gründe dafür geben könnte, nicht auf die Stimmen zu verzichten. Ich entwickelte erste Zweifel an meinem bisherigen Gebrauch des Symptoms, der darin bestanden hatte, akustisches Halluzinieren zu diagnostizieren und das Symptom dann als Indikator für die richtige Nutzung der Neuroleptika zu nutzen, wie ich es in meiner Ausbildung gelernt hatte. Ein weiterer wichtiger Effekt unserer Zusammenarbeit bestand darin, daß sie den Weg für eine Erkenntnis vorbereitete, die ich erst Jahre später konkret fassen konnte. Damals spürte ich nur, daß ich sie durch die Verwendung des Wortes Halluzination kränkte. Es dauerte noch ein paar Jahre bis ich verstand, daß ich mit dem Gebrauch des Fachwortes Macht ausübe, indem ich die Erfahrung des stimmenhörenden Menschen - bevor ich überhaupt nach seinen Erfahrungen und Erklärungen des Stimmenhörens gefragt habe - als pathologisches Erlebnis kennzeichne.Ein erster Schritt1986 kostete es mich noch einigen Mut, meine gerade beginnenden neuen Erkenntnisse meinen psychiatrischen Kollegen gegenüber offen zu legen, z.B. als ich den Stationsarzt darum bitten mußte, Ilonas Medikation zu verringern, da sie ihre Stimmen dringend wieder haben wollte, die unter dem Einsatz hoher Dosen von Neuroleptika verschwunden waren. Sie verstand die Stimmen als ihr   Gewissen, das ihr half, den mörderischen Impulsen, die sie gegenüber ihrer Familie fühlte, Widerstand zu leisten. Zum Glück vertraute dieser Psychiater meinem Urteilsvermögen und verringerte die Tagesdosierung so lange, bis Ilona psychopathologisch betrachtet wieder kränker und psychologisch betrachtet wieder stabiler war. Damals war es für mich einfacher, mich mit psychologischen als mit psychiatrischen Fachkollegen über meine beginnenden Erkenntnisse auszutauschen. Der Chefarzt der Psychiatrie zeigte offene Besorgnis über die neuen Gedanken der seiner Abteilung zur Verfügung gestellten Psychologin der Universität. Eine psychologische Kollegin und Freundin, Ursula Plog, machte mich dagegen vertraut mit einem Artikel von Romme und Escher, der sie dazu ermutigt hatte, eine Konferenz für stimmenhörende Menschen 1991 in Berlin zu veranstalten. Mir wurde klar, daß es mindestens einen Psychiater gab, der nicht nur ähnliche Gedanken dachte wie ich, sondern der darüber hinaus seine neuen Gedanken offen in seiner Forschung und in seiner therapeutischen Arbeit nutzte.Weitere SchritteDiskussionen mit Ursula Plog und - nachdem ich ihren Artikel gelesen hatte - mit Marius Romme und Sandra Escher sowie die Teilnahme an der ersten Internationalen Konferenz zum Thema Stimmenhören in Maastricht 1995, auf der ich neben ca. 200 stimmenhörenden Menschen ähnlich viele Professionelle traf, die sich forschend und therapierend mit dem Phänomen auseinandersetzten, ermutigten mich dann, meine therapeutischen Bemühungen um Verständnis auf folgende Themen zu fokussieren.· In welchen spezifischen Momenten eines individuellen Lebens tauchen Stimmen auf?· Wie kann ich die Botschaften der Stimmen verstehen?· Wie kann ich stimmenhörende Menschen darin unterstützen, ihre Stimmen wieder los zu werden? Die Suche nach Strategien, mit denen stimmenhörende Menschen zu gleichberechtigten Partnern ihrer Stimmen werden können, - ein Prozeß den ich heute „wieder Herr im eigenen Haus werden“ nenne - habe ich erst Jahre später aufgenommen.Die Suche nach der Beantwortung der oben aufgeworfenen Fragen veränderten meinen Umgang mit dem Phänomen Stimmenhören völlig. Meine Arbeit wurde dadurch aber nicht automatisch leichter, wie ich erwartet hatte. Ich wurde erst einmal verwirrter durch die Vielfalt, mit der sich das Phänomen jetzt zeigte. Vor allem verblüffte mich der Widerstand, mit dem meine Patientinnen und Patienten auf meinen veränderten Zugang reagierten. Ich habe erst nach einiger Zeit verstanden, welchen Mut sie aufbringen mußten, um das ihnen von erfahrenen Patienten angeratene Schweigen über das Stimmenhören - mit dem eine Erhöhung der Medikation vermieden werden sollte - zu durchbrechen. Oft beeindruckt mich die Stärke, die viele stimmenhörende Menschen aufbringen müssen, um die konstanten Belästigungen durch negative Stimmen überleben zu können. In vielen Fällen wird mir deutlich, wieviel Vertrauen einzelne vorschießen müssen, um über die sie zutiefst beschämenden Inhalte ihrer Stimmen sprechen zu können. Wo stehe ich heute?Auf jeden Fall habe ich keine einfache Antwort mehr auf das Stimmenhören, statt dessen erlebe ich eine Inflation von Fragen.· Was ermöglicht Menschen, mit dem Stimmenhören ohne professionelle Hilfe klar zu kommen?· Welche Lebensumstände und welche Persönlichkeitsstrukturen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, Stimmen zu hören?· Wer entwickelt unter Stimmenhören eine psychische Störung und wer fängt an, Stimmen zu hören, weil er unter einer psychischen Erkrankung leidet?· Welche Formen der Unterstützung benötigen Menschen, um mit ihren Stimmen klar zu kommen?· Wie kann ich stimmenhörenden Menschen dabei helfen zu erkennen, daß auch die negativen Stimmen wichtige metaphorische Botschaften transportieren können und daß die Entschlüsselung der Metapher den Umgang mit den Stimmen sehr erleichtern kann?Meine Fragen machen wohl deutlich, daß ich meine Wahrnehmung des Stimmenhörens sehr gewandelt habe. Ich sehe das Phänomen heute nicht mehr nur als ein Symptom von Krankheit, sondern ich verstehe es als ein Ausdruck von Leben, der viele unterschiedliche Auslöser haben kann. Auf der Suche nach Antworten wurde ich Gründungsmitglied einer Trialoggruppe, in der sich stimmenhörende Menschen, Angehörige/Freunde und Professionelle zum regelmäßigen Austausch treffen, und Gründungsmitglied des Netzwerks Stimmenhören, NeSt. In den letzten dreizehn Jahren der Zusammenarbeit mit stimmenhörenden Menschen habe ich Folgendes gelernt.ihrem Ego nahesteht. So lange ich mein stimmenhörendes Klientel darin unterstützen wollte, ihre Stimmen um fast jeden Preis los zu werden, arbeitete ich nur mit wenigen Aspekten des Stimmenhörens und unterstütze also auch nur einen eingeschränkten Ausschnitt der aktiven Auseinandersetzung. Heute versuche ich, möglichst alle Aspekte des Stimmenhörens in die Auseinandersetzung mit einzubeziehen.Die Strategien zur Verringerung von Stress, der durch das Stimmenhören ausgelöst wird, sind unglaublich vielfältig. Die meisten erfordern allerdings einen enormen Krafteinsatz von Seiten des stimmenhörenden Menschen. Ich ermutige daher stimmenhörende Menschen heute immer, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, in der sie Mitstreiter finden, die den tatsächlichen Kraftaufwand kennen und würdigen können. Darüber umfaßt die Gruppe einen Wissenfundus, aus dem sich die einzelnen Mitglieder Anregungen für ihre Auseinandersetzung mit den Stimmen holen können. Der Austausch mit erfahrenen Anderen hilft außerdem den meisten stimmenhörenden Menschen dabei, sich allmählich aus einer passiv erduldenden Haltung zu lösen und statt dessen eine aktive Auseinandersetzung mit den Stimmen aufzunehmen, in der sie dann auch Methoden entwickeln, mit denen sie den Stimmen bei Bedarf Grenzen setzen können.Wenn ich heute mit stimmenhörenden Menschen therapeutisch arbeite, sehe ich meine professionelle Aufgabe nicht mehr länger darin, alle Energien darauf zu verwenden, Stimmen zu beseitigen, sondern eher darin, stimmenhörenden Menschen dabei zu helfen, wieder Herrin oder Herr im eigenen Haus zu werden. Bei der Begleitung dieses Prozesses fühle ich mich oft hilflos, komme ich mir gelegentlich dumm vor. Wahrscheinlich empfinde ich dann aber nur schattenhaft das, was die stimmenhörenden Menschen zur selben Zeit durchmachen.Monika HoffmannBerlin, 3.12.1999  Es gibt nicht nur sehr viel mehr stimmenhörende Menschen, die nie mit der Psychiatrie in Kontakt kommen, als ich früher für möglich gehalten habe, sondern es gibt auch viel mehr psychiatrische Patientinnen und Patienten, die weit nach Abklingen einer akuten psychotischen Episode Stimmen hören, die nicht durch Neuroleptika beeinflußt werden, und die es vorziehen, nicht mit dem psychiatrischem Fachpersonal darüber zu reden. Die Warnung von chronischen Patienten, nicht über das Stimmenhören mit dem Fachpersonal zu reden, da sonst eine medikamentöse „Dröhnung“ oder eine Verschiebung des Entlassungstermins drohe, scheint zu den Initiationsriten junger Ersterkrankter in der Psychiatrie zu gehören.Ein Fachwissen, das Gespräche über den Inhalt der Stimmen - abgesehen von der Exploration „imparativer Phoneme“, die zum Suizid auffordern - mit den Patienten als wenig sinnvoll wenn nicht so gar als gefährlich bezeichnet und das gleichzeitig fälschlicherweise davon ausgeht, daß akustische Halluzinationen üblicherweise mit Abklingen der akuten Phase wieder verschwinden und daß Medikamente das Stimmenhören in jedem Fall beseitigen, fordert das psychiatrische Fachpersonal dazu auf, stimmenhörende Menschen mit ihrer extremen Erfahrung allein zu lassen.Es gibt keine zwei Menschen mit identischen Erklärungen für ihre Stimmen. All die stimmenhörenden Menschen, die eigene Erklärungen für ihre Stimmen entwickeln, scheinen besser imstande zu sein, mit ihnen zurecht zu kommen. Daraus habe ich den Schluß gezogen, daß es wenig Sinn hat, Stimmenhörer überreden zu wollen, ihre eigenen zugunsten meiner Erklärung, als der einzig richtigen, aufzugeben. Ich halte es heute für wichtiger, sie bei der Entwicklung solcher eigener Erklärungen zu unterstützen, die es ihnen ermöglichen, Handlungsanweisungen zum Umgang mit den Stimmen herzuleiten. Stimmenhörende Menschen können genauso intolerant auf die Erklärungsansätze anderer stimmenhörender Menschen reagieren, wie es Professionelle oft tun, und können damit ungewollt die Selbstheilungsversuche der Kritisierten verzögern oder sogar beeinträchtigen. Menschen, die sich mit ihren Stimmen aktiv auseinandersetzen, sind selbstbewußter und tendieren eher dazu, die Stimmen als etwas zu verstehen, das
 
 

Stimmen zum internationalen Kongress des Netzwerks Stimmenhören
Wertvolle Informationen

Zum zweiten Mal fand in Berlin im Rathaus Neukölln am 03. und 04. 12. 99 ein Kongress über das Phänomen Stimmenhören unter dem Motto „Stimmenhören im Wandel“ statt.

Nach aussen hin sollte über ein in der Gesellschaft bestehendes Vorurteil aufgeklärt werden, dass stimmenhörende Menschen nicht unbedingt als psychisch krank anzusehen sind, sondern dass es sich um eine besondere Wahrnehmungsform handelt, die auch bei gesunden Menschen vorkommen kann und dass besonders feinfühlige, „dünnhäutige“ Menschen davon betroffen sein können.
Nach innen sollte in Diskussionsbeiträgen und in Arbeitsgruppen Anregungen und Überlegungen gefunden werden, wie ein absolutes Umdenken, ein Wandel, im Umgang mit stimmenhörenden Menschen bei Ärzten, Psychologen und ganz besonders in der Psychiatrie erreicht werden kann.

Ich hatte an der AG 4 „Therapieformen im Vergleich“ teilgenommen, weil ich das Stimmenhören als angstmachend, bedrohlich und seelisch wie körperlich als sehr qualvoll empfinde und ich mich in meiner seelischen Not, in der Vergangenheit, hilfesuchend und vertrauensvoll an einen Psychotherapeuten gewandt hatte, der leider kein Einfühlungsvermögen hatte und alles ins Lächerliche zog, sodass ich das Vertrauen in die sogenannten Professionellen, wie Psychologen und Ärzte, verloren hatte. Aber nicht nur stimmenhörende Menschen sind unzufrieden. Es gibt auch Professionelle, die mit den Möglichkeiten der Psychiatrie und Psychotherapie unzufrieden sind. Deshalb war es Ziel dieser AG 4, diese Kritik genauer auszudrücken und anhand konkreter, anderer Therapieansätze, nach Verbesserungen der Hilfemöglichkeiten zu suchen.
Unter den Teilnehmern an der AG 4 war der Professor Dr. Phil Thomas, Psychiater, Uni Bradford und Mitglied bei Intervoice, Großbritannien. Er erzählte von seiner Arbeit im Umgang mit stimmenhörenden Menschen. Ich war sehr beeindruckt und dachte, so stelle ich mir den idealen Psychotherapeuten für stimmenhörende Menschen vor und schrieb folgende Punkte auf:

1. Eine Therapie mit einem stimmenhörenden Menschen darf keine Therapie im klassischen Sinne sein, sondern soll eine Kommunikationsmethode/Dialogmethode sein.
2. Sie soll den Kontakt vermitteln zum ganzen Menschen (Körper und Seele sind eine Einheit).
3. Es soll eine Beziehung zur Stimme und Akzeptanz entwickelt werden.
4. Der Therapeut muss selbst in der Entwicklung bleiben, darf nicht verurteilen und klassifizieren.
5. Der Therapeut muss selbst in der Lage sein, über seine eigenen Ängste, bei Themen die hochkommen, zu erfahren und zu begegnen.
6. Der Therapeut sollte die Persönlichkeit des stimmenhörenden Menschen helfen zu stärken.
7. Der Therapeut sollte praktische Hilfe leisten (z.B. im Umgang mit Behörden, oder bei Dingen sich im täglichen Leben zurechtzufinden).
Für mich war die Teilnahme am zweitägigen Kongress ein voller Erfolg. Ich habe so manche wertvolle Informationen erhalten, die für mich sehr hilfreich sein können.
Besonders dazu beigetragen hat auch am Abend des ersten Tages des Kongresses eine Theatergruppe aus Linz, Oberösterreich, die sehr eindrucksvoll und emotional bewegend das Stück „Aus dem Tagebuch eines Stimmenhörers“ aufgeführt hatte. Dieses Stück zeigt sehr deutlich, wie ein Mensch das Stimmenhören in negativer Form emotional qualvoll erlebt, dabei Tagebuch schreibt und lernt, die Stimmen zu akzeptieren und es aus eigener Kraft schafft, dass die Stimmen nicht über ihn die Macht bekommen und ihn beherrschen. Der Darsteller war selbst Stimmenhörer. Menschen, die keine Stimmen hören, sollen durch dieses Theaterstück verstehen können, wie ein Mensch das Stimmenhören erleben kann.
Ich möchte aber noch erwähnen, dass es auch Menschen gibt, die das Stimmenhören in positiver Form erleben und es als Bereicherung empfinden und sie kreativ werden lässt.
Ina
Gemeinsam ins neue Jahrtausend
Als „Expertin durch Beruf“ habe ich an diesem Kongress teilgenommen und möchte hiermit meine Stimme erheben, um Euch ein dickes Lob und Anerkennung für die gut organisierte Tagung, für die interessante Beitragsmischung nationaler und internationaler TeilnehmerInnen, zu vermitteln.
Beeindruckt war ich u.a. auch über die regen Diskussionsbeiträge von den verschiedenen „ExpertInnen durch Erfahrung“. Wenn Ihr bedenkt, dass das Netzwerk erst seit eineinhalb Jahren besteht, dann habt Ihr eine verdammt gute Öffentlichkeitsarbeit gemacht. Denn so viele stimmenhörende Menschen in aller Öffentlichkeit live zu erleben ist eine Bereicherung und ich kann nur hoffen, dass sich die von mir gemachte Erfahrung auch auf andere Profis übertragen wird. Im Reich und am Reichtum der Stimmenhörer-Ideen teilzunehmen und gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen, um miteinander ein neues Verständnis zu erreichen, kann für alle, insbesondere jedoch auch für den psychiatrischen Alltag, Veränderungen sowohl in der menschlichen Begegnung als auch des Verstehens bedeuten.
In dem gegenseitigen „Ernstnehmen“ (damit sind die ExpertInnen durch Erfahrung und durch Beruf angesprochen) besteht die Chance zum Beginn des neuen Jahrhunderts. In diesem Sinne wünsche ich mir von Euch weitere interessante Veranstaltungen.
Gitta Dressel
(Tageszentrum S-Bhf Schöneberg
Pinel gGmbH, Ebersstraße 67)
 
 

 

Was ich vom Kongress mit nach Hause nahm

Am Sonnabend gab es nach der Podiumsdiskussion die Arbeitsgruppen. Ich nahm an der AG 4 „Therapieformen im Vergleich“ teil. Phil Thomas, ein Psychotherapeut aus Großbritannien sagte u.a.: „Ich möchte helfen, die Patienten wieder auf ihre Füße zu stellen, möchte aber auch dafür sorgen, dass sie den Himmel nicht verlieren“. Dieser Satz hat mich sehr beeindruckt, denn ich habe meinen Himmel verloren und bin darüber sehr traurig.
Monika Büttner
 
 

 

Nach-Gedanken zum Kongress

Ja, ich habe mich gefreut, doch schon am Freitag dabeigewesen zu sein. Es hat sich gelohnt. Ich möchte mich bei allen Akteuren für viele Vorarbeit und die Gestaltung unseres Treffens bedanken.

Für mich persönlich war es bitter, nicht am Treffen für „Intervoice“ und an der AG 5 teilnehmen zu können. Mein Englisch reicht nicht, ich war als Kind angeblich zu dumm, um eine Fremdsprache lernen zu können. So durfte ich nicht teilnehmen, das zieht sich bei mir innerlich leider bis heute nach. Schicksal?

Zweimal Theater und viel Reden und Verpflegung. Allerdings einmal Theater, das bei der Abschlussrede von Thomas Bock, war wohl nicht so ganz geplant, manche fanden es deswegen so gut, weil es doch reichlich lebensnah rüberkam - es hat mich aber auch etwas betroffen gemacht. Einem aktiven Mitglied von uns ist vorgeworfen worden, in die Laufbahn eines Berufs-Psychotiker einzusteigen.

Berufen, ja, ich bin sogar überzeugt davon. Im richtigen Umgang damit wird es sicherlich sehr gut geeignet sein, die eigene Lebensbiographie besser aufzubereiten und zu integrieren. Die Chancen, gar nicht mehr in notwendige Zwangslagen zu kommen, können für viele kaum besser zu bewältigen sein.

Andererseits , müssen wir uns so etwas gefallen lassen?

Es hat mich weiterhin betroffen gemacht, dass wir Stimmenhörer bis hin zu den Angehörigen und Professionellen immer noch ein Stigma brechen müssen.

Sind wir etwa für die Tabus und ihre Hintergründe verantwortlich? Wissen die sogenannten Nicht-Betroffenen nicht, was sie selbst verdrängen? Offensichtlich ahnen sie noch nicht einmal, was in jedem Menschen auch vorhanden ist!

Solche Angreifer werden dicke Backen machen, wenn sie uns nicht mehr zu behandeln brauchen, sondern lernen müssen, mit uns in einen Dialog treten zu müssen. Und auch, wenn wir uns nicht mehr eingeschüchtert abweisen lassen und sie sich mit uns über zukünftige Behandlungsmethoden auseinandersetzen müssen.

Mir macht es nichts mehr aus, in der Öffentlichkeit zum Besten zu geben, dass ich ein Stimmenhörer bin.

Wir wollen andere Betroffene ermutigen, aus ihrer inneren Emigration herauszutreten und zu lernen, sich zu akzeptieren, wie sie nun mal sind. So kann man auch erfahren, wie andere stimmenhörende Menschen mit dieser besonderen Art der Wahrnehmung umgehen. Wir sind aus dem Stadium raus, Angst davor zu haben, verrückt zu werden. Wir arbeiten in eigener Sache, wir wollen, dass uns unsere Angehörigen, Freunde und Therapeuten besser verstehen können. Wer darüber hinaus noch in der Fachwelt einen humaneren Umgang mit Hilfesuchenden aktiv und engagiert zu Wege bringt, hat da jemand was dran auszusetzen? Wir Stimmenhörer behalten die Stimmen nicht mehr verschreckt in uns, wir werden unsere Stimmen nicht mehr nutzlos verhallen lassen.

Onno Mülder, Hannover, Dez. 99
 
 

DGSP-Kurzfortbildungen 2000

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. bietet regelmäßig ein- bis zweitägige Kurzfortbildungen für in der Psychiatrie Tätige, stimmenhörende Menschen/Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige an. Wir möchten auf folgende Seminare hinweisen:

Seminar 6: Was die Stimmen sagen...
Stimmenhören - auf dem Weg zu einem neuen Verständnis
Anhand von persönlichen Erfahrungsberichten, Videoaufzeichnungen und Rollenspielen wird das Seminar sich mit dem Phänomen „Stimmenhören“ auseinandersetzen. Nicht medikamentöse „Ruhigstellung“, sondern aktive Auseinandersetzung ist notwendig. Was sagen die Stimmen? Wozu brauche ich sie? Wie kann ich mit ihnen umgehen? Die Referentinnen sind selbst Stimmenhörerinnen und aktiv im Netzwerk Stimmenhören e.V. tätig. Im Mittelpunkt der Fortbildung soll die Frage nach dem praktischen Umgang mit Krisen stehen, die sich durch das Stimmenhören ergeben können. Aus der Sicht von stimmenhörenden Menschen wollen die Referentinnen vermitteln, was hilfreich, weniger hilfreich und was schädlich sein kann. Profis und Angehörige können dadurch einen neuen Zugang und ein besseres Verständnis erlangen.
Inhalt:
· Stimmenhören - Symptom einer Krankheit und nur ein anderes Wort für Psychose?
· Krisen und Krisenbewältigung: Frühwarnzeichen, Umgang mit den Stimmen, Selbsthilfe
· Wie können PsychiatriemitarbeiterInnen helfen?
· Das Netzwerk Stimmenhören e.V.
Zielgruppe: alle in der Psychiatrie Tätigen, Angehörige, stimmenhörende Menschen/Psychiatrie-Erfahrene
Referentinnen: Hannelore Klafki, Karin Römer
Termin und Ort: 17./18. März 2000 in Leipzig
Zeitrahmen (16 Ustd.): Fr.: 11 bis 18 Uhr, Sa.: 9 bis 17 Uhr
Seminargebühr (incl. Verpflegung):
DGSP-Mitglieder 240,- DM, Nichtmitglieder 330,- DM,
stimmenhörende Menschen/Psychiatrie-Erfahrene 105,- DM
Übern./Frühst:. DZ 68,- DM, EZ 99,- DM
Seminar 18: Stimmenhören -
Neue Formen des Umgangs mit einem alten Phänomen
 „Stimmenhören“ gehört mit zu den verbreitetsten Symptomen denen wir in der psychiatrischen Arbeit begegnen. Dank der zunehmenden Aktivitäten von Stimmenhörer-Selbsthilfegruppen und deren Öffentlichkeitsarbeit haben auch „Profis“ begonnen, sich mit diesem uralten „Phänomen“ auf neue Weise auseinanderzusetzen. Woher kommen die Stimmen? Welche Bedeutung können die Stimmen für das Leben des Stimmenhörers haben? Kann man/frau die Stimmen abschalten? Das Seminar wird Erkenntnisse der kognitiven Psychologie und der Hirnforschung ebenso vermitteln, wie Erfahrungen aus den Selbsthilfe-Netzwerken.
Inhalt:
Mittels Vortrag, Diskussion, Videoaufzeichnungen und Selbsterfahrungsübungen soll bei den TeilnehmerInnen Verständnis geweckt und ein neuer Zugang zum „Stimmenhören“ vermittelt werden.
Zielgruppe: PsychiatriemitarbeiterInnen, Angehörige stimmenhörende Menschen/Psychiatrie-Erfahrene
Referent: PD Dr. Thomas Bock
Termin & Ort: 16./17.Juni 2000 in Berlin
Zeitrahmen (16 Ustd): Fr: 15 bis 21 Uhr, Sa:9 bis 17 Uhr
Seminargebühr (incl. Verpfl.): DGSP-Mitglieder 225,- DM, Nichtmitglieder 315,- DM, stimmenhörende Menschen/Psychiatrie-Erfahrene 95,- DM
Übern./Frühst.: (EZ): 59,- DM

Wichtig sind sicher auch zwei Seminare über Psychopharmaka:
Seminar 10: Absetzen von Psychopharmaka - und was dann?
Referent Peter Lehmann am 8. April in Berlin,f. Betroffene DM 30,-
Seminar 23: Umgang mit Psychopharmaka
Referent Nils Greve am 26. August in Leipzig, Betroffene anfragen

Ausführliches Informationsmaterial, Beratung und Anmeldungen:

DGSP-Geschäftsstelle, Stuppstraße 14, 50823 Köln
Tel.: 0221/511002  Fax: 0221/529903
E-mail: dgsp@netcologne.de
 
 


Literaturhinweise
 
 
 
 

Mitgliederversammlung in Köln

Vom 1. bis 3. Juni 2000 findet die gemeinsame Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie, des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener und des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker diesmal in Köln statt.

Thema wird sein: „Lebenswelten zwischen Platte und Privatkrankenhaus“ mit dem Schwerpunkt „wohnen“. Außerdem soll der Frage nachgegangen werden: „25 Jahre Psychiatriereform - was hat es gebracht?“. In diesem Rahmen wird unser Netzwerk eine Arbeitsgruppe zum Stimmenhören anbieten. Mehr dazu im nächsten Journal.
 

Wichtig für alle Mitglieder: Wir nutzen diese Tagung, um in Köln am Freitag, d. 2. Juni 2000 unsere Mitgliederversammlung abzuhalten. Themen werden u.a. sein:

· Entlastung des alten und Wahl des neuen Vorstands
· vergangene und zukünftige Arbeit unseres NeSt
· Stand der bundesweiten Kontaktpersonen und Gruppen
 

Wir rufen alle Mitglieder dazu auf, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Aufgabenverteilung in Zukunft aussehen soll, damit unser NeSt noch effektiver arbeiten kann. Wir freuen uns auf Eure Vorschläge!

Die genaue Tagungsordnung mit Zeit-  und Ortsangabe erscheint im nächsten Journal.

 

Impressum