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Unser kleines Stimmenhörerjournal

Rundbrief des Netzwerk Stimmenhören e.V.
Inhalt Ausgabe 3 (1/98)
 

Wir über uns
Vom Opfer zum Sieger
noons Geschichte
Ein Bericht von Radio 88,8 über das Stimmenhörertreffen im Rathaus Neukölln

Ein Coming-out der besonderen Art (kopierter Zeitungsausschnitt TAZ vom 27.10.97  - nicht in Onlinefassung enthalten)

Zehn Thesen zum Verständnis des Stimmenhörens
Aufruf zur Gründungsversammlung unseres Netzwerk Stimmenhören
Unsere Gruppen in Deutschland (siehe WWW-Seite Selbsthilfegruppen)

Tagesspiegelartikel "Vom Stimmen zum Brudermord getrieben" (kopierter Zeitungsausschnitt Tsp. vom 2.3.98  - nicht in Onlinefassung enthalten)

Leserbrief zum Tagesspiegelartikel
"Intervoice" Internationales Netzwerk gegründet
Literaturhinweise (siehe WWW-Seite Literatur)
 

Redaktionsadresse:

Netzwerk Stimmenhören c/o SEKIS
Albrecht-Achilles-Straße 65
10709 Berlin
Kontakt: Hannelore Klafki

Bei Bestellungen bitte DM 3,- plus Porto nicht vergessen!

 

Wir über uns

Hallo Leute, hier ist Berlin!

Wir haben jetzt zwei Stimmenhörergruppen in Berlin. Die Selbsthilfegruppe, die im letzten Jahr mit zwei Frauen anfing, stieg nach einem Bericht im Radio über unser Treffen im Rathaus Neukölln bis auf zwanzig an und hat sich jetzt auf fünf bis sechs Leute eingependelt.

Seit Januar 98 haben wir zusätzlich noch eine Trialoggruppe, wo sich stimmenhörende Menschen, Familienangehörige und in der Psychiatrie Tätige (genannt Profis) zusammensetzen. Beide Gruppen tagen jeweils zweimal im Monat. Die Trialoggruppe ist oft sehr spannend, da ganz unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen.

Jetzt haben wir auch endlich ein Büro. Es befindet sich im SEKIS, einem Dachverband für Berliner Selbsthilfegruppen, wie z.B. "Hilfe bei Krebs", "Diabethikergruppen" usw. Unser Büro ist jeden Dienstag von 16:00 bis 19:00 Uhr besetzt und unter der Rufnummer 030/8916085 zu erreichen.

Seit neuestem sind wir auch im Internet. Benni hat uns eine "Homepage" und eine e-mail-Adresse eingerichtet. Schaut doch mal rein:

e-mail: stimmenhoeren@gmx.de
Internet-Homepage: http://privat.schlund.de/s/stimmenhoeren
{Anmerkung des Webmasters: Neue Adresse ist www.stimmenhoeren.de}
 

Hannelore war am 15. April wieder in einer Talk-Show zu sehen (ZDF, "Mensch Ohrner"), die leider nicht so gut bei uns ankam. Ständig wurden Gesichter von Leuten gezeigt, die sich über die Äußerungen der Talk-Gäste zum Thema Stimmenhören halb krank lachten. Nicht nur Hannelore fühlte sich ziemlich verarscht. Sie hat beschlossen, künftig in keiner Talk-Show mehr aufzutreten. Schade.

Unsere Gruppe wurde gebeten, ein bis zwei Stimmenhörer als Referenten zu einer Fortbildungsveranstaltung für Psychiatrie-Mitarbeiter zu schicken. Das übernahmen Hannelore und ich. Die Veranstaltung verlief so erfolgreich, daß wir jetzt schon wieder die nächsten Anfragen erhielten. Im Juni werden wir in ein Charlottenburger Krankenhaus gehen und mit dem dortigen Pflegepersonal reden und im Juli sind wir bei einem Sozialpsychiatrischen Dienst eingeladen. Unser Interesse ist, auf uns aufmerksam zu machen und die Bedingungen in den Kliniken zu verbessern helfen u.a. durch das Eingehen auf unsere Stimmen mittels mehr und besserer Therapieangebote.

In diesem Zusammenhang steht auch unser Leserbrief an den Tagesspiegel zu einer sehr negativen Berichterstattung (siehe weiter hinten in dieser Ausgabe).

Wir sind ein bißchen stolz, daß unsere Veranstaltung im Oktober im Rathaus Neukölln so gut gelungen war. Wir haben von allen Seiten viel Lob bekommen, und jetzt können auch endlich die Referate über unsere Geschäftsstelle bestellt werden (DM 3,- für Porto nicht vergessen!). Bitte entschuldigt, daß sie erst jetzt fertig geworden sind. Die Arbeit wird im wesentlichen leider nur von zwei Frauen gemacht und es hat ganz schön viel Arbeit gemacht, die Beiträge vom Tonband abzutippen.

Wir haben keinen Bericht über unser Treffen geschrieben, das hat die Berliner "taz" und der SFB für uns übernommen (siehe weiter hinten in dieser Ausgabe).

Der geplante Frauenstammtisch konnte noch nicht ins Leben gerufen werden, aber irgendwann wird es schon klappen.

Ich komme zum Schluß.

Auf unserer Gründungsversammlung in Kaufbeuren wollen wir eine überregionale Redaktionsgruppe für unser Journal ins Leben rufen. Die Arbeit wird für die Berliner Gruppe einfach zuviel. Wir hoffen sehr, daß sich Interessenten finden, ansonsten müssen wir leider unser Journal einstellen.
 

Bis dahin!

Monika Büttner
 
 

Vom Opfer zum Sieger

Mein Name ist Ron Coleman. Ich wurde vor 15 Jahren als Schizophrener diagnostiziert, vor 6 Jahren wurde das in chronische Schizophrenie umgewandelt. Vor 4 Jahren habe ich damit aufgehört und bin seit der Zeit Ron Coleman.

Als erstes möchte ich mich bei Ihnen für die Einladung bedanken. Ich bringe Ihnen Grüße vom Stimmenhörer-Netzwerk in Großbritannien. Ich möchte ganz klar machen, daß ich nicht aus England, sondern aus Schottland komme - also besondere Grüße aus Schottland. In Großbritannien haben wir 80 Stimmenhörergruppen mit über eintausend Mitgliedern. Wir sind alle Stimmenhörer. Die meisten von uns haben die Diagnose Schizophrenie. Sie alle lernen, die Diagnose aufzugeben und das zu werden, was sie sind: Stimmenhörer.

Jesus hat Stimmen gehört. Und Moses. Gandhi hörte Stimmen. Der Philosoph Bruno hörte Stimmen. Sokrates hörte Stimmen. Jeanne d`Arc hörte Stimmen. Beethoven hörte Stimmen. Sie waren alle nicht verrückt. Sie waren großartige Menschen. Stimmenhörer sind nicht verrückt - sie sind etwas Besonderes!

Ich kann meine eigenen Stimmen vielleicht mit einer Geschichte erklären. Ich verbrachte sechs Jahre im Krankenhaus. Zu Weihnachten verändern sich die Dinge in englischen Krankenhäusern. Am 23. Dezember geht es den meisten Patienten besser und sie gehen nach Hause. Am 2. Januar geht es ihnen wieder schlechter, und sie kommen zurück. Ich habe das nie verstanden. Aber ich war immer Weihnachten dort. Eine meiner Stimmen war die Stimme meiner Partnerin, die im Dezember, so um Weihnachten herum gestorben war. Deshalb war danach Weihnachten immer eine sehr schwierige Zeit für mich. Ich wurde immer "fixiert". (Anm. d. Ü.: Üblicherweise wird man in englischen Kliniken seit 1984 nicht mehr fixiert. "Fixiert" heißt hier, es ist immer mindestens einer vom Pflegepersonal dicht bei einem dran, gegebenenfalls auf Hautkontakt. Sehr selten wird körperlich fixiert, so wie wir das aus unserer deutschen Psychiatrie kennen.)

Weihnachten und besonders am Weihnachtstag, der in England am 23. Dezember ist, servierte das Pflegepersonal das Essen an den Tischen. Man brauchte nicht selber an den Essenswagen zu gehen, sondern wurde bedient - das war der Höhepunkt. Wir spielten auch Spiele. Der Oberpfleger, ein anderer Patient, ich und die besondere Person vom Pflegepersonal, die mir zugeteilt war, spielten "Trivial Pursuit". Der andere Patient und ich spielten gegen das Personal. Im psychiatrischen System nennen wir das einen Krieg. Nur hier konnten wir das Pflegepersonal besiegen. Üblicherweise gewannen mein Patientenkollege und ich immer. Die Oberschwester meinte zu mir. "Du hast ein paar sehr schwierige Fragen beantworten können." Ich antwortete: "Ja, das stimmt. Aber ich habe auch sieben Stimmen, mit denen ich das beraten kann." Und das ist meine Beziehung zu meinen Stimmen. Ich kann mit meinen Stimmen reden, und da ist nichts schief oder kaputt dabei.

Probleme tauchen auf, weil wir nicht zu unseren Stimmen stehen dürfen. Wir dürfen uns nicht dazu bekennen. Psychiater können keine Stimmen haben oder zulassen und auch das Pflegepersonal nicht. Nur die Stimmenhörer selbst können ihre eigene Erfahrung besitzen. Und deshalb können auch nur sie selbst etwas für ihre Erholung und Gesundwerdung tun. Man kann sich nicht von den Stimmen erholen, wenn man keine Kontrolle über sein eigenes Leben hat. Ich erinnere mich, wie ich im Krankenhaus versuchte, mit einer Schwester über meine Stimmen zu reden. Ich sagte: "Meine Stimmen sind so böse, so schlecht, kann ich mit Ihnen reden?" und sie antwortete: "Ja, laß uns Scrabble spielen." "Scrabble" hat mir nicht geholfen beim Umgang mit meinen Stimmen - das betrifft meine Sprache, aber nicht meine Stimmen.

Menschen von ihren Stimmen abzulenken, macht die Stimmen nicht weg, hilft ihnen nicht oder nur für eine kurze Zeit. Und wenn man fragt, warum lenken Sie denn Stimmenhörer von ihren Stimmen ab, wird gesagt: Wir wollen das Stimmenhören nicht verstärken, das macht die Patienten kränker. Es gibt keinen Forschungsgegenstand, der das beweist, aber es gibt viele Untersuchungen, die das Gegenteil beweisen. Wenn wir mit den Menschen über ihre Stimmen reden, wenn wir ihnen gestatten, ihre Erfahrungen zu untersuchen, sie sich anzusehen, wenn wir ihnen die Freiheit geben, ehrlich über ihr Leben zu reden, dann erholen sie sich.

1938 betrug die Besserungsrate bei Schizophrenen dreiunddreißig Prozent. 1958, nachdem massiv Neuroleptika in der Psychiatrie eingeführt waren, betrug die Besserungsrate dreiunddreißig Prozent. Die Erholungsrate hat sich in den letzten hundert Jahren nicht verändert. Egal, welche Medikation eingeführt wurde. die Besserungsrate hat sich nicht erhöht - außer in der dritten Welt. Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Untersuchung durchgeführt, die unter Benutzung der gleichen diagnostischen Kriterien zeigt, daß die Erholungsrate in Großbritannien und den USA zwischen vierunddreißig und fünfunddreißig Prozent lag, in Nigeria jedoch bei siebenundachtzig Prozent. Würde wohl irgendjemand gerne raten, was der Unterschied zwischen Großbritannien, den USA und Nigeria war? In Nigeria konnten sie es sich nicht leisten, Medikamente zu verschreiben - es gab keine Medikamente. Sie arbeiteten mit den Menschen in einem kulturellen Zusammenhang, und die Menschen erholten sich, weil mit ihnen gesprochen wurde.

Wenn man lernt, mit Menschen zu reden, die Stimmen hören - und das ist das, was in Gruppen passiert -, dann geht es den Menschen besser. Niemand arbeitet im psychiatrischen System, um Leute in einer Falle festzuhalten. Ich glaube wirklich, das Schönste, was Professionellen passieren kann, besteht darin, daß jemand ihren Dienst nicht mehr braucht und sein eigenes Leben führt. Das zu erreichen ist ja der Job der Professionellen. Es ist ihr Job, sich überflüssig zu machen. Aber da ist noch die Verantwortung für die Stimmenhörer. Wir Stimmenhörer müssen aufhören, uns als Opfer zu sehen. Wir müssen lernen, Macht und Verantwortung für uns selber zu übernehmen. Wir kämpfen oft für unsere Rechte - und das ist gut. Aber wir müssen auch die Verantwortung übernehmen, die mit den Rechten einhergeht. Wir sind mindestens gleich, wenn nicht gar besser als andere Menschen in der Gesellschaft. Wir haben einen Platz und auch eine Rolle in der Gesellschaft. Eine dieser Rollen ist, die Menschen zu erziehen, sie zu unterrichten über das, was wir erfahren und was wir erleben.

Wir müssen aufstehen und uns bekennen: Mein Name ist Ron Coleman, und ich bin stolz! Ich habe keine Angst mehr vor anderen Menschen, denn sie können mir meine Erfahrungen nicht nehmen. Sie können mich nicht mehr zu einem Patienten machen, weil ich die Erfahrung mit meinen Stimmen in mein Leben integriert habe. Und ich bin nicht der einzige, Hunderte und Tausende von Menschen tun es jetzt in England, Holland, Finnland, Österreich, Deutschland, Australien, Amerika. Überall in der ganzen Welt gibt es Gruppen, die sich jetzt bilden. Wir sind eine große Organisation. Wie in der Lesben- und Homosexuellen Bewegung in den sechziger Jahren müssen wir unser Coming-out haben. Wir müssen an die Öffentlichkeit treten und unseren Stolz auf diese Erfahrung ausdrücken. Sie haben hier und heute einen wunderbaren Anfang. Auf unserer ersten Konferenz in England waren wir nicht so viele wie hier, wir waren nur dreizehn Menschen. Inzwischen haben wir große Konferenzen und kamen 1995 mit hundert Leuten nach Maastricht.

Das letzte, was ich heute sagen möchte: Wir respektieren die Angehörigen und wissen, daß sie ihre Angehörigen lieben und nur das Beste für sie wollen. Und wir verstehen die Professionellen, sie müssen ihre Arbeit tun. Aber bitte erinnern Sie sich daran: Für die Stimmenhörer ist es ihr Leben.

Ron Coleman

noons Geschichte

Befund:

manische Depression mit Ausweg: innere Stimme!

Durchgeknallt:

Mein Vorwurf und meine Erwartung an die allgemeine Psychiatrie:

solche Kandidaten wie mich möglichst früh erkennen und entsprechend behandeln!

Ich gebe zu, meine Erwartungshaltung habe ich von meiner langjährigen Berufserfahrung als Techniker im High-tech-Maschinenbaubetrieb erworben. Ich mußte mich den Anforderungen der Industrie stellen. Wir beide sind gescheitert. Zeitgleich. Die Firma wurde aufgelöst, und ich ging in einen Nervenkonkurs.

Mit dem Anspruch, das Mögliche machbar zu machen, kam ich zum Psychiater mit all meinen aufgestauten Ängsten und mit geringstmöglicher Erfahrung. Ich hätte es besser wissen sollen. Mein Vater hat die Krankheit ab seinem 50. Lebensjahr mitgemacht. Mein Bruder seit seiner Pubertät. Jetzt ich. Erste Reaktion, zusammen mit meiner Frau überlegt: wir stehen dazu. Wir geben denen, die es angeht, Auskunft. Es knallte genau ins Gegenteil mit dem Wissen. Ich wollte alles wissen. Alles ist auf diesem Gebiet viel, es ist sehr viel, alles geht gegen Unendlich!

Ich bekam es deutlich genug zu spüren. Inneres Informationsverbot: Ich durfte nichts mehr lesen. Ich sollte meinen Kopf zulassen, die Aufarbeitung von innen zu lassen!

Wie blöd ein einigermaßen intelligenter Mensch doch ist, Wissen reicht nicht, Verstand muß wieder Fuß fassen. Verstand reicht nicht, Vernunft muß her. Woher nehmen und nicht stehlen?

Heute arbeite ich mit meiner inneren Stimme für mein jetziges Gefühl optimal zusammen. Wir haben uns zusammengetan. Zusammengerauft. Verabredungen getroffen und seit ca. 4 Jahren geübt. Manch eine Nacht ging dabei drauf. Der innere Weltraum wird ruhiger, ein neues, angepaßteres Weltbild faßt langsam aber sicher Fuß. Es ging nicht von alleine. Sie halfen mir, sowohl meine innere Stimme als auch meine Freunde, einige wenige Therapeuten und zuletzt genannt, doch um so wichtiger, meine Frau und mein Sohn. Auch meine Schwiegermutter.

Aus meiner alten Familie, in der ich aufgewachsen bin, habe ich nichts erwartet, kein Vorwurf, aber es war so. Wohl wegen des "Blinden Flecks" und wegen des "Wunden Punktes". Ich wollte anders damit umgehen als meine alte Familie. Ich bedanke mich bei meiner Mutter. Unvorstellbar, was sie bis heute hat durchmachen müssen. Bei meinem Vater stehe ich nicht hoch im Kurs. Er ist zeitgleich mit dem Ausbruch meiner Erkrankung gestorben. Seither laberte er nur von innen her mir das vor, genau das, was ich nicht werden wollte, sollte, konnte und durfte. Heute geht’s, Ruhe im Komplex des abgelehnten Vaters. Der Vater, so wie ich ihn möchte, hält sich zurück. Aber: bloß nicht das auch noch, nicht dran rühren.

Die Aufarbeitung der Tabus, im besonderen der deutschen Vergangenheit unter "Adolf, dem Kleinen", und den "Nazis, den Vielen", gelang mir nur mit Hilfe eines Naturarztes. Zu dumm, aber es war so, in einer anderen Sprache, in einem anderen Land. Meine Schwiegermutter bezahlte die Exkursionen, zu kostspielig für einen Frührentner mit Haus, Hof, Auto und Familie, natürlich.

Zu meiner Person:

Es ist mir schwergefallen, den richtigen Ton zu finden. Ich bin noch nicht frei vom Opfer-Täter-Gedröhne. Zu stark langt unsere immer und permanent anwesende Kulturkraft zu. Ich bin 1944 geboren, Fliegeralarm im eingeschlossenen Bunker, Krämpfe, lebensnotwendige Not-Bauchoperation, Vater erst mit ca. 3 Jahren kennengelernt. Zusammen mit 4 weiteren Geschwistern aufgewachsen. Mit 14 Jahren von zu Hause weg. Lehre. Studium Maschinenbau. Mit 23 Jahren geheiratet. Später ein Sohn. Wir leben im selbstgebauten Liebhaberhaus. Heute Grundvoraussetzung, daß ich relativ frei und ungestört meine Krankheit ausleben konnte und mich heute mit einer Behinderung in relativ guter gesundheitlicher Verfassung befinde. Die Behinderung erfordert von mir viel Umsicht, und ich muß mich strikt vor Überbelastung schützen. Die Entwicklung meiner Stimmen und meiner inneren Stimme gebe ich als Übersicht unten an. Ich habe noch nicht die Gelassenheit, um meinen Namen in einem Journal zu veröffentlichen.

Mein Pseudonym - noon - April 1998

Seit einem Jahr bin ich bedeutend hiermit weitergekommen, mit der/den Stimme(n)
 

1. Normale Situation

in Gegenwart von anderen meist immer
eigenes Denken (ohne Stimme(n))
 

2. Belastungssituation

normal bzw. starke Belastung durch andere im Beisein anderer
eigene Stimme, anerkannt von mir
 

3. Überlastungssituation

ich bin alleine, Vermeidung des Kontakts mit anderen Personen,
außer eigener Familie und Bekanntenkreis
eigene Stimme, jedoch Pausen nach Bedarf, zwei bis drei Stunden vor
dem Schlafen alles zulassen, was kommt. Ich liege dann im Bett und
unterlasse jedes Einmischen in diesen Aufbereitungsprozeß. Ich frage
nicht und gebe keine Antwort.
Die Beruhigung setzt sich ganz von alleine durch.

Oder: es reißt mich aus dem Bett. Hilft alles nichts, nehme ich nach einer durchdröhnten Nacht eine Schlaftablette. Dann hilft es, seit ei niger Zeit garantiert, und ich kann mit einer Schlaftablette auskom men. Schmerzhaft mußte ich lernen, mit den üblichen Medikamenten umzugehen. Als ich es endlich konnte, brauchte ich sie bald nicht mehr. Wenn mir eine Überlastung passiert ist, bin ich sehr vorsichtig mit allen zusätzlichen Informationen, wie: lesen, Radio hören und fernsehen. So komme ich wieder durch, und ich werde mich wieder in einer ganz normalen diesseitigen Welt einfinden.

P.S. Ich mußte einige Manuskripte als nicht für dieses Journal passend aussortieren. Es ist mir schwergefallen, für Sie, lieber Leser, etwas zu schreiben und dabei die Ruhe zu bewahren.

- noon -
 
 

Ein Bericht von Radio 88,8 über unser Stimmenhörertreffen im Rathaus Neukölln
(gesendet am Montag, 27.10.97)



Einleitung

In anderen Kulturen gelten sie als Erleuchtete oder von den Göttern Auserwählte: Stimmenhörer.

Es muß ziemlich schwierig sein, wenn man ein Stimmenhörer ist, sich an andere zu wenden, darüber zu erzählen, denn schließlich ist es etwas, was man ja nur selbst hört, was man nicht belegen kann. Hierzulande ist man nämlich schnell mit der Diagnose bei der Hand, derjenige ist schizophren. Am Wochenende trafen sich Betroffene und Psychologen im Rathaus Neukölln - rappelvoll war der Saal. Das zeigt, es ist ein Phänomen, das viele Menschen angeht. Stefan Rebergan hat sich für uns umgehört:

Hannelore Klafki

"Ich höre Gott sei Dank jeden Tag Stimmen, aber ganz intensiv bewußt morgens oder abends, wenn ich allein bin. Ansonsten begleiten sie mich mit einer Art Stimmengemurmel. Ich bin Künstlerin, mache Figuren aus Speckstein, Alabaster und Modelliermasse und kann da wirklich sagen, daß sie meine Lehrer sind. Ich habe von ihnen viele Anregungen und Tips bekommen - auf diesem Gebiet sind sie viel besser als ich."

Hannelore Klafki hört seit fast 30 Jahren Stimmen. Seit 1996 engagiert sie sich in der Schöneberger Selbsthilfegruppe Stimmenhören, einer von acht bundesweit. Inzwischen kann sie mit den Stimmen umgehen, doch das war nicht immer so:

Hannelore Klafki

"Das erste Auftreten war deswegen auch angstmachend, weil ich überhaupt nicht wußte, was ich damit anfangen sollte, was da mit mir passierte. Ich habe mich auch gar nicht getraut, mit irgendjemandem darüber zu reden, weil ich nicht für verrückt gehalten werden wollte, denn man sagt ja immer, wer Stimmen hört, ist schizophren. Ich wußte also, ich darf nicht darüber reden, sonst denken die noch, ich bin gaga."

Ähnliche Erfahrungen hat auch Günther Rieger gemacht. 40 Jahre haben ihn die Stimmen begleitet.:

Günther Rieger

"Ich sah nicht ein, daß ich geisteskrank war.Ich betrachtete die Stimmen in der Jugend als Erzieher, Begleiter, fürsorglichen Freund und hatte mich nicht damit abgefunden, ganz einfach bekloppt zu sein."

Zusammen mit Psychologen und anderen Stimmenhörern haben beide das Berliner Treffen organisiert. Der Plenarsaal des Rathauses ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Betroffene und Therapeuten berichten von ihren Erfahrungen. Auch aus England und Österreich sind Referenten erschienen. Während die Stimmenhörerbewegung in den Niederlanden und in Großbritannien bereits eine breite Öffentlichkeit gefunden hat, steht man hier noch am Anfang. Nicht länger als verrückt ausgegrenzt zu werden und die Psychiatrie zum Umdenken zu bewegen - auch darum geht es den Versammelten. Die Psychologin Monika Hoffmann arbeitet seit einigen Jahren mit Stimmenhörern:

Monika Hoffmann

"In unserer Gesellschaft wurde es sehr lange behandelt nur und rein als ein Symptom für eine Krankheit. Die Stimmenhörerbewegung zeigt uns jetzt, daß das zu kurz greift. Es kann aus meiner Sicht sinnvoll sein, im Einzelfall zu überlegen, ob eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein kann. Bisher war aber das Denken: Stimmenhören gleich Medikamente."

Wer zu den Stimmen steht, die sonst keiner hört, kann oft gut mit ihnen leben - das ist eine wichtige Botschaft des Treffens. Dabei hat die junge Bewegung der Stimmenhörer einige prominente Vertreter:

Thomas Bock, Psychologe:

"Weder Jesus noch Goethe hatten je ein Hehl daraus gemacht, daß sie Stimmen hören. Nur die hatten das Glück, in einer Epoche zu leben, wo das auch kulturell akzeptiert war. Wir leben jetzt - kulturhistorisch betrachtet - in einer relativ kurzen Epoche, wo das Stimmenhören nicht akzeptiert wird, und das wird sich hoffentlich wieder ändern."

Die Berliner Selbsthilfegruppe Stimmenhören trifft sich jeden 1. und 3. Montag um 16:00 Uhr im Tageszentrum Schöneberg in der Ebersstraße 67.

(Anmerkung der Red.: Nach der Ausstrahlung dieses Berichtes waren fast 20 Leute in unserer Gruppe - viele von ihnen hören schon seit Jahren Stimmen - aber nach und nach blieben diese Leute wieder weg.)
 
 



Zehn Thesen zum Verständnis des Stimmenhörens
Aus dem Buch: "Stimmenhören. Botschaften aus der inneren Welt"
von Irene Stratenwerth/Thomas Bock, erschienen im Kabel-Verlag

Wie ich etwas verstehe, beeinflußt die Art, wie ich damit umgehe. Wie ich Stimmen bezeichne und erkläre, bestimmt, wie ich damit umgehe. Die folgenden Thesen sind aus der Diskussion mit Stimmenhörern heraus entstanden.

1.Stimmenhören ist sehr viel häufiger, als von der Wissenschaft bisher angenommen wird. Auch "normale" und "gesunde" Menschen hören Stimmen. Der genaue Prozentsatz (zwischen 4 und 40 Prozent) ist abhängig von kulturellen Bedingungen und von der sozialen Akzeptanz.

2. Die Stimmen sind formal und inhaltlich bei jedem Menschen anders. Sie können sich entsprechend der seelischen und sozialen Situation verändern und wie ein Spiegel der Befindlichkeit funktionieren.

3. Häufigkeit, Dauer und Lautstärke der Stimmen können von sozialen Bedingungen beeinflußt werden: Die Stimmen können nur in einsamen Situationen auftreten oder gerade dann wegbleiben. Und sie können in größeren Menschenansammlungen lauter oder leiser werden. Ob andere um die Stimmen wissen und sie akzeptieren, beeinflußt ihren Charakter.

4. In inhaltlicher Hinsicht haben die Stimmen ähnlich wie Träume eine symbolische Bedeutung. Sie reflektieren biographische Ereignisse und alltägliche Begebenheiten, sogenannte Tagesreste. Ihre Bedeutung ist nur im Zusammenhang mit dem subjektiven Erleben des einzelnen und seiner Umgebung zu erfassen.

5. Stimmen zu hören bedeutet, daß die Grenze zwischen Innenleben und Außenwelt durchlässig geworden ist. Die Stimmen werden als von außen kommend gehört und können nicht ohne weiteres dem inneren Erleben zugeordnet werden.

6. Bei der Entstehungsgeschichte des Stimmenhörens sind physiologische und psychologische Aspekte nicht voneinander zu trennen. Stimmenhörer hören "wirklich", das Gehirn kann auch ohne im Ohr eingehende akustische Signale ein Hören vorgeben. Abgelegte Informationen, Erfahrungen oder Erwartungen werden laut, ohne daß eine Rückkopplung möglich ist.

7. In aller Regel hat das Hören von Stimmen eine irritierende störende Wirkung und eine kompensatorische, stützende Funktion.

8. In aller Regel kommt den Stimmen eine funktionale und/oder biographische Bedeutung zu, die zu entschlüsseln sich auch dann lohnt, wenn es nur ansatzweise möglich ist.

9. Auch wenn die Stimmen im Rahmen einer umfassenden psychischen Störung oder Krankheit auftreten, haben sie eine eigene Entstehungsgeschichte und Bedeutung.

10. Wenn der Umgang mit den Stimmen nicht gelingt, wenn in keiner Weise eine (neue) Balance möglich ist, können sich die Stimmen im Sinne einer Psychose verdichten und verselbständigen. Diese Sichtweise gibt der Psychiatrie und den dort Tätigen eine Mitverantwortung und verlangt ihnen eine individuelle Auseinandersetzung mit dem subjektiven Erleben des einzelnen ab.

Thomas Bock
 
 


Netzwerk Stimmenhören

NeSt
 
 
 
 

Am 22. Mai 1998 ist es endlich soweit:

Wir gründen unser Netzwerk Stimmenhören e.V.
 

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, nach Kaufbeuren zu kommen, um an
der Gründungsversammlung teilzunehmen.
 

Tagesordnungspunkte:
Verabschiedung der Satzung
Wahl des Vorstand

Wir treffen uns um 16:30 Uhr im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren.

Nähere Informationen über unsere Geschäftsstellen in Hamburg oder Berlin
 

Brief an den Tagesspiegel

An den Tagesspiegel Berlin, d. 23.03.98
Potsdamer Str. 87
10785 Berlin

Leserbrief zum Artikel "Von Stimmen zum Brudermord getrieben"  vom 2.3.98
Sehr geehrte Damen und Herren,
 

voller Empörung lesen wir den Artikel vom 2.3.98 "Von Stimmen zum Brudermord getrieben; Psychisch Kranker wollte Dämonen verjagen". Sie mißbrauchen die schreckliche Familientragödie, um Vorurteile und Ängste zu schüren. Ihre Botschaft lautet kurzgefaßt: Stimmenhören ist gleich schizophren und schizophren ist gleich potentieller Mörder. Das ganze verquirlt mit einem Hauch Rotlichtmilieu, Geisterglauben, fremden und alten Religionen. Herr Werner Schmidt vermeidet in dem genannten Artikel jegliche Information und berichtet im Boulevardstil unseriös und ohne fundierte Kenntnisse sowohl über Stimmenhören als auch über schizophrene Erkrankungen.

Nach heutigem Wissensstand hören mindestens 3 - 5% aller Menschen im Laufe ihres Lebens Stimmen. Ca 1% aller Menschen erkranken in ihrem Leben an einer schizophrenen Psychose. Schon allein hierdurch wird deutlich, daß Stimmenhören und Schizophrenie nicht unbedingt gemeinsam auftreten.

Sämtliche einschlägige Untersuchungen beweisen, daß psychisch Kranke nicht mehr oder weniger zu Straf- und Gewalttaten neigen als die sogenannte gesunde Bevölkerung. Die Aufzählung von durch psychisch Kranke begangene Gewalttaten in ihrem Artikel erweckt aber den gegenteiligen Eindruck.

Gerade vom Tagesspiegel erwarten wir sachliche und auf dem Stand des aktuellen Wissens stehende Informationen. Unter anderem um solche Informationen zur Verfügung zu stellen, wird in Deutschland in Anlehnung an holländische und englische Bewegungen das Netzwerk Stimmenhören gegründet.
 
 

Wir helfen gerne weiter:

Netzwerk Stimmenhören c/o SEKIS
Albrecht-Achilles-Straße 65
10709 Berlin
 
 

Mit freundlichen Grüßen

im Auftrag

Hannelore Klafki, Frank Puchert
 
 

Intervoice

Vom 29. bis 30. August 1997 trafen sich in Maastricht (NL) 22 Teilnehmer aus 10 Ländern (stimmenhörende Menschen und in der Psychiatrie Tätige), um die Entwicklung der weiteren Förderung und Forschung zum Thema Stimmenhören zu diskutieren. Innerhalb dieser zwei Tage kamen wir zu dem Ergebnis, daß für weitere Fortschritte die Schaffung einer formalen Organisationsstruktur notwendig ist, um Unterstützung bereitzustellen für die vielfältigen Initiativen in den verschiedenen beteiligten Ländern in Europa und Japan.

Wir dachten, daß dies der beste Schritt nach vorne sei, weil sich das informelle Netzwerk, das sich entwickelt hatte, bisher auf ad hoc und zufällige Kontakte zueinander verlassen hatte. Durch das wachsende internationale Interesse entstand jedoch ein starker Druck auf das Maastrichter Team und da besonders auf Marius Romme und Sandra Escher, sowie auf das britische Netzwerk und da besonders auf Ron Coleman und Mike Smith und auf Finnland, wo Marja Vuorinen Forderungen nach Informationen, Ratschlägen und Unterstützung befriedigt. Zeit, Finanzen und Anzahl von Helfern waren beschränkt, dadurch fühlten sich manchmal Personen und Organisationen isoliert. Es erwies sich auch als schwierig, den Kontakt mit stimmenhörenden Menschen und in der Psychiatrie Tätigen aufrecht zu erhalten, die in ihren Ländern ein neues Verständnis zum Thema entwickeln wollen.

Daher beschlossen wir, ein internationales Netzwerk zu errichten. Damit wollen wir:

die Qualität und Quantität der gegenseitigen Unterstützung verstärken, damit sie allen zugänglich ist;

unsere Arbeit effektiver machen, damit weitere Methoden entwickelt werden können, um stimmenhörenden Menschen zu helfen, mit ihren Erfahrungen fertig zu werden;

die Sicherstellung, daß unser innovativer Zugang besser bekannt wird bei allen Beteiligten und in der allgemeinen Öffentlichkeit.

Wir betonen ausdrücklich, daß die wichtigste Grundvoraussetzung für die Arbeit im internationalen Netzwerk ist, daß wir uns gegenseitig zu allererst als Menschen ansehen, zweitens als gleichberechtigte Partner und drittens als Menschen, die einander unterschiedliche, aber gleich wertvolle Erfahrungen anzubieten haben. Das kann entweder durch die direkte Erfahrung des Stimmenhörens geschehen oder dadurch, daß man mit stimmenhörenden Menschen gearbeitet hat. Das Netzwerk fokussiert also darauf, relevante Unterstützung und Lösungen zu ermöglichen (als Ergebnis von Forschung und Praxis), die das Leben von stimmenhörenden Menschen verbessern sollen. Im Hinterkopf muß dabei bleiben, daß diese Methoden gemeinsam von stimmenhörenden Menschen und Profis entwickelt wurden. Es ist uns äußerst wichtig, daß das internationale Netzwerk diese Richtlinien verwirklicht und daß es so strukturiert wird, daß diese Richtlinien bei den künftigen Mitgliedern sichergestellt und weiterentwickelt werden.

Die Ziele von Intervoice

Das internationale Netzwerk wurde errichtet, um die internationale Forschung und praktische Arbeit zu fördern, die:

die Realität der Stimmen respektiert und anerkennt, daß Stimmenhören keine ungewöhnliche Erfahrung in der Gesellschaft darstellt und allein noch kein Anzeichen einer geistigen Krankheit ist. Gleichzeitig wissen wir aber auch, daß die Erfahrungen für einige Menschen sehr problematisch sein und sie zu psychiatrischen Patienten machen können. Die Stimmen können sehr quälend sein und es Menschen schwierig machen, ihr Leben zu leben;

darum bemüht ist, Menschen, die von ihren Stimmen belästigt werden, so zu unterstützen, damit sie mit ihren Erfahrungen besser fertig werden. In Partnerschaft mit Profis, Angehörigen und anderen Interessierten lernen sie, zu ihren Stimmen zu stehen, um ihr Selbstbewußtsein zu stärken und damit ihr Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen;

die Nutzung von Strategien, Therapien, Techniken und Methoden fördert, die sich als wertvoll für stimmenhörende Menschen erwiesen haben, so daß Wahlmöglichkeiten und die Entwicklung individueller Antworten auf das erlebte Problem erhöht werden können;

das Nichtwissen und die Angst vor Stimmen verringern hilft, indem sie das Akzeptieren des Stimmenhörens durch die allgemeine Gesellschaft fördert, z.B. über Medien und allgemeine Bildungswege.
 
 

Ziele und vorrangige Aktivitäten

Die Hauptziele von Intervoice sind:

Unterstützung der Entwicklung neuer Praktiken,

Austausch und von Informationen,

in Auftrag geben von Forschung über Stimmenhören und verwandte Themen,

Ermutigung des Dialogs und der Unterstützung zwischen Mitgliedern unseres internationalen Netzwerkes und mit anderen interessierten Organisationen und Personen auf internationaler Ebene.

Intervoice wird u.a. folgende Aktivitäten mit Vorrang behandeln, um seine Ziele voranzutreiben:
Publikation eines regelmäßigen Nachrichtenbriefes (viermal pro Jahr), um es Mitgliedern zu ermöglichen, über Entwicklungen, Treffen, Konferenzen etc auf dem neuesten Stand zu bleiben,

Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Journals mit Erfahrungsberichten und Forschungsergebnissen (ca. zweimal im Jahr),

Erstellung und Aufrechterhaltung eines Informationsdienstes und einer Datenbasis, die Mitgliedern und anderen Interessierten ermöglicht, Publikationen und Informationen über Forschungsprojekte, Lebensgeschichten, Selbsthilfemodelle etc zu lokalisieren,

Errichtung und Aufrechterhaltung einer Datenbank von Lebensgeschichten (Ego-Dokumentationen), die zur Unterstützung von anderen Stimmenhörern und zur Information von Profis genutzt werden können,

Koordination,Verbindung und Unterstützung von internationalen Vernetzungen und Kommunikation,

Die Entwicklung von Trainingspaketen,

Entwicklung lokaler Netzwerke in Mitgliedsländern,

Vorantreiben des Wissens über Stimmenhören,

Beauftragung und Überwachung von Forschungsarbeiten,

Entwicklung von Informationen über subkulturelle Gesellschaften und Gruppen in verschiedenen Ländern,

Bereitstellung inter-professioneller Unterstützung und Training für Profis,

Errichtung einer e-Mail-Kommunikation im Internet und Ermutigung der Nutzung des Internets als Mittel des Informationsaustausches zwischen Mitgliedern.

Mitglied kann jede natürliche Person, aber auch eine Organisation werden, die die Ziele von Intervoice bejaht und unterstützt.

Paul Baker
 
 

Anfangs hatte das internationale Netzwerk den unaussprechlichen Namen IHVRIN (International Hearing Voices Research and Information Network). Auf Anregung von Ron Coleman heißt es jetzt Intervoice.

Wir bedanken uns bei Frau Dr Monika Hoffmann, die für uns die wichtigsten Punkte des Gründungsprotokolls übersetzte. Ich habe mich bemüht, es möglich kurz, aber korrekt zusammenzufassen. Das vollständige Protokoll ist auf englisch in der Berliner Geschäftsstelle unseres Netzwerkes zu erhalten.

Wer erklärt sich bereit, es für unser deutsches Netzwerk zu übersetzen, damit es allen zugänglich wird?
 
 

Hannelore Klafki
 
 

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